Werkschau

Exhibit: 4.14 Ganz oder Gar nicht
4.14

Ganz oder Gar nicht

Hannah Simon / Prof. Valerie Schmidt / Kommunikationsdesign
Ganz oder Gar nicht

In ihrer fotografischen Arbeit „ganz und gar | nicht“ setzt sich Hannah Simon mit dem eigenen Selbstbild, gesellschaftlichem Druck und der Frage nach persönlichem Wert auseinander. Entstanden ist eine umfangreiche Serie experimenteller Selbstporträts, die durch Verfremdung, Skurrilität und bewusste Inszenierung eine visuelle Sprache für innere Konflikte, Selbstzweifel und das Ringen um Authentizität entwickelt. Zwischen dem Anspruch, „ganz und gar“ zu genügen, und dem Gefühl, „gar nicht“ zu sein, verhandelt sie die Kluft zwischen äußerer Wirkung und innerem Erleben. Die Bilder zeigen keine makellosen Oberflächen, sondern das Rohe, Fragile, Unfertige – und feiern darin die Schönheit des Unperfekten. In einer Welt, die Menschen in Kategorien presst und Optimierung zur Norm macht, öffnet diese Arbeit einen Raum für Vielschichtigkeit, Verletzlichkeit und Befreiung. Der fotografische Prozess wurde selbst zum Akt der Selbstermächtigung: ohne festen Plan, aber mit großem Mut zur Intuition und zum Scheitern. Es wurde verkleidet, gequetscht, geschmiert, geweint und gelacht – das Spiel mit dem eigenen Körper, Licht, Objekten und Emotionen wurde zur Methode. Die so entstandenen Selbstporträts wirken wie ein Spiegel psychischer Zustände – mal verstörend, mal komisch, stets radikal ehrlich. Das Fotobuch umfasst 106 Seiten und über 290 Bilder. Der spiegelnde Einband macht die Betrachtenden selbst zum Teil der Auseinandersetzung – eine Einladung, die eigene Rolle, das eigene Selbstbild und den Umgang mit gesellschaftlichen Erwartungen zu hinterfragen.

Studierende

Hannah Simon